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Clara Lidström über ihren langen Weg aus dem Burnout

Panikattacken, ständige Müdigkeit und Wortfindungsstörungen und schließlich die Diagnose Burnout. Im Interview erzählt uns Schwedens bekannteste Lifestyle-Bloggerin, Clara Lidström, von ihrem langen Weg aus dem Burnout und warum Erholungspausen so unglaublich wichtig sind.

#Mindfulness #Inspiration



“Ich schaffe das schon, ich muss nur ein paar Überstunden machen” oder “jetzt habe ich keine Zeit zum Ausruhen, aber in ein paar Monaten hab ich ja Urlaub” - sind das Gedanken, die du selbst manchmal hast? Dass ständiger Stress und fehlende Pausen zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen können, zeigt die Geschichte von Clara Lidström. Was mit Panikattacken, ständiger Müdigkeit und Wortfindungsstörungen begann, endete schließlich mit der Diagnose Burnout. Im Interview erzählt uns Clara von ihrem langen Weg zu einem gesünderen Leben und erklärt, warum Erholungspausen so unglaublich wichtig sind.

Clara Lidström ist Schwedens bekannteste Lifestyle-Bloggerin. Vor 15 Jahren startete sie ihren Blog underbaraclaras.se, außerdem ist sie erfolgreiche Podcasterin, gern gesehener Gast im Fernsehen und Radio und hat bereits 11 Bücher geschrieben - eines davon über ihr Burnout.

Auf den ersten Blick wirkt Clara vielleicht nicht wie die “typische” Burnout-Kandidatin: Sie lebt mit ihrer Familie weit weg von der Großstadt und umgeben von viel Natur im Norden Schwedens und legt viel Wert auf Nachhaltigkeit. Trotzdem steuerte Clara vor sechs Jahren auf direktem Weg in ein Burnout - auch, weil sie Warnsignale zu lange ignorierte.


“2011 machte ich mich selbstständig und die ersten Jahre waren hart, vor allem, weil meine Mama in dieser Zeit starb. Danach hat es mir Spaß gemacht, mich in die Arbeit zu stürzen. Ich wollte gerne jemand sein, auf die man sich verlassen konnte und hatte meiner Meinung nach ausreichend Kapazitäten zur Verfügung”, erinnert sie sich.

Gleichzeitig wurde Clara zum ersten Mal selbst Mutter und drei Jahre später kam ihr zweites Kind zur Welt. Doch sie dachte nicht daran, sich eine Auszeit zu nehmen: Clara verzichtete auf Elternzeit und arbeitete wie gewohnt weiter, während sie sich gleichzeitig um zwei kleine Kinder kümmerte.

“Ich war eigentlich immer gut darin, mich zu entspannen und auf meinen Körper zu hören, wenn er Ruhe brauchte. Doch als ich die Kinder bekam und immer mehr arbeitete, wurde mir klar, dass meine bisherige Strategie nicht mehr funktionierte”, erzählt Clara.

“Ich wollte für meine Kinder da sein und gleichzeitig Erfolg in meinem Job haben. Dabei hatte ich keine richtige Struktur in meinem Leben - was schlussendlich dazu führte, dass ich zusammenbrach.”

Der angesammelte Stress und Claras Leben in Hochgeschwindigkeit hatten schließlich ernste Konsequenzen. Depressive Verstimmungen, Panikattacken und ständige Müdigkeit bestimmten ihr Leben. Hinzu kamen Wortfindungsstörungen - für Clara, die mit Sprache quasi ihr Geld verdient, eine Katastrophe.

“Einmal wollte ich sagen, dass ich am Morgen die Mülltonne rausgestellt hatte, aber heraus kam nur ‘Spaghetti mit Fleischbällchen’”, erinnert sich Clara.

Sie begann eine Therapie, doch den Rat des Psychologen, sich am besten direkt krankschreiben zu lassen, wollte sie anfangs nicht annehmen. “Ich brauche nur ein paar Tipps und dann kann ich weitermachen wie bisher”, dachte sie. Glücklicherweise brachte ihre Familie sie dazu, die Situation ernst zu nehmen und sie sah ein, dass sie die Notbremse ziehen musste.


Wie es der Zufall so wollte, traf sie in dieser dunklen Phase ihres Lebens Freundin und Radioproduzentin Erica Dahlgren, die zur gleichen Zeit mit einem Burnout zu kämpfen hatte. Beide Frauen suchten nach einem kreativen Output und starteten gemeinsam einen Podcast. Ein Projekt, das ihnen Spaß machte und fernab von Erwartungen anderer existieren konnte und so zu einer Art zweiten Therapie für die beiden Freundinnen wurde. Nach und nach erzählten Clara und Erica von ihren Erfahrungen mit Burnout und stellten fest, dass sich unglaublich viele Zuhörer:innen in ihren Schilderungen wiedererkannten. Aus dem Podcast-Projekt entstand später außerdem ein Buch, das anderen Betroffenen helfen soll.

Clara meint, dass ihre und Ericas Probleme im Grunde die gleiche Ursache haben: Eine Gesellschaft, in der erwartet wird, dass man ständig hart arbeitet und zu neuen Aufgaben stets “ja” sagt.

“Wir werden belohnt, wenn wir niemals ‘nein’ sagen und natürlich ist es toll für das eigene Ego, am Arbeitsplatz gemocht zu werden. Aber auf Dauer können wir diesen ungesunden Erwartungen nicht gerecht werden und gleichzeitig ist es schwierig, sich ihnen zu entziehen. Es ist also ein strukturelles Problem auf vielen Ebenen”, sagt Clara.

“Wir können nicht mehr abschalten”, fügt sie hinzu. “Im Prinzip könnten wir 24/7 arbeiten und sind ständig mit allem und jedem in Kontakt. Früher war Arbeit zwar körperlich anstrengender, aber stattdessen gab es auch eindeutige Pausen - ohne Elektrizität konnte man nicht die ganze Nacht durcharbeiten. Heute haben wir kaum noch Zeit zum Ausruhen - die kleinen Pausen im Alltag sind weg. Wir sind ständig online und lassen unseren Kopf nie abschalten.”


Der Weg zurück in ein “normales Leben”, oder besser gesagt, ein gesundes Leben, sollte für Clara mehrere Jahre dauern und erst seit 2018 geht es ihr besser. Heute versucht sie, ihren Arbeitstag mehr wie bei einem “normalen Bürojob” zu planen - mit festen Strukturen und Routinen, auch wenn ihr Job an sich sehr flexibel ist.

“Ich setze klare Grenzen für meine Arbeitszeit, mache Sport, schlafe ausreichend und plane genug Zeit zum Ausruhen ein. Ich habe gemerkt, dass der Erholungseffekt von Urlaub nicht lange anhält - mensch muss ihn immer wieder auffrischen. Früher dachte ich immer, dass es reicht, wenn ich im Sommer frei habe. Doch mit dem Ausruhen ist es wie mit dem Essen - man muss es regelmäßig tun! Wenn wir denken, dass wir Pausen auf später verschieben können, kriegen wir ein Problem. Ich muss mich selbst jeden Tag daran erinnern und bin besser darin geworden, meine Batterien aufzuladen”, berichtet Clara.

Wir haben sie nach ihren drei besten Tipps gefragt, wie mensch Erholungspausen in den Alltag einbaut.

“Meine Tipps sind nicht besonders spannend, aber sie funktionieren wirklich!”, meint Clara.

Claras 3 Tipps für Erholung im Alltag
- Kauf dir einen analogen Wecker, anstatt das Handy zu benutzen.
- Nimm das Handy nicht mit auf die Toilette - nein zu Multitasking!
- Erholung sieht für jede:n anders aus - vielleicht ein Spaziergang im Wald oder ein warmes Bad. Überlege, was dich müde gemacht hat und finde dann die passende Methode zum Erholen.

Für viele von uns ist es stressig, Alltag, Arbeit, Familie, Freizeit und Freunde unter einen Hut zu bekommen. Der Trick ist, die richtige Balance zu finden.

“Ich glaube, wir haben eine falsche Vorstellung von Balance, wenn wir denken, dass man sie nur einmal finden muss und dann automatisch hält”, meint Clara. “Aber mit der Balance ist es wie bei einer Wippe - ein ständiges Ausbalancieren. Das ist Teil des Lebens und manchmal landen wir eben auch im Graben... Ich arbeite viel daran, die richtige Balance zu halten.”


Wenn du das Gefühl hast, dass du nie genug Zeit für deine Hobbies oder deine Familie hast, kannst du dir tatsächlich Zeit kaufen, meint Clara.

“Natürlich ist das für ein alleinerziehendes Elternteil mit zwei Jobs nicht so leicht, aber wenn mensch sich finanziell in einer okayen Lage befindet, ist es tatsächlich möglich, sich Zeit zu kaufen. Du kannst zum Beispiel Teilzeit arbeiten und so für mehr Freizeit sorgen. Eine einfache Lösung, für die mensch allerdings keinen Applaus bekommt. Viele verurteilen Menschen, die weniger arbeiten, als faul”, sagt Clara.

“Unsere Gesellschaft belohnt Menschen, die große Ziele haben und stets nach mehr streben. Aber es ist nicht möglich, mehr Freizeit, mehr Geld und gleichzeitig einen höheren Lebensstandard zu haben. Wir sollten lieber darüber nachdenken, was uns am wichtigsten ist und dementsprechend unsere Lebensentscheidungen treffen. Eine Beförderung bedeutet oft mehr Geld, aber gleichzeitig vielleicht auch weniger Flexibilität.”

Manche Phasen sind immer noch sehr arbeitsintensiv, gibt Clara zu. Aber im Gegensatz zu der Zeit vor ihrem Burnout, erkennt sie jetzt schneller die Warnsignale ihres Körpers und weiß, wie sie sich am besten erholt. Das gelingt ihr zum Beispiel mit Mindfulness.

“Mir geht es fantastisch und bin wirklich froh, das sagen zu können! Mindfulness macht mir total Spaß und Erholungspausen finde ich nicht mehr lästig, sondern freue mich drauf.”

LESETIPP: Mindfulness im Alltag

Wenn du das Gefühl hast, dass du dich eventuell selbst grad auf direktem Weg in ein Burnout befindest oder dich in Claras Schilderungen wiedererkennst, hat Clara eine deutliche Nachricht an dich:

“Solche Gedanken sind bereits ein deutliches Warnsignal! Nimm deine Sorgen unbedingt ernst. Senke das Tempo, vermeide Stress und schaffe Platz für Erholung in deinem Alltag. Auch wenn es sich nicht so anfühlt, wirst du dadurch letztendlich jede Menge Zeit gewinnen - es kann Jahre dauern, bist du dich von einem eventuellen Burnout erholt hast. Suche dir professionelle Hilfe und nimm die Warnsignale deines Körpers nicht auf die leichte Schulter!”

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Hier geht es zu Claras Blog: underbaraclaras.se
Claras Instagram: @underbaraclaras


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